Eine Wanderung im Allgäu ist erst komplett, wenn man danach in einem gemütlichen Gasthof oder auf einer Alpe einkehrt. Die besten Adressen für hungrige Wanderer.
Einkehren gehört zum Wandern dazu
Fragen Sie einen Allgäuer, was das Beste am Wandern ist, und die Antwort wird mit hoher Wahrscheinlichkeit lauten: „D'Einkehr!" Tatsächlich gehört das Einkehren nach der Tour zur Allgäuer Wanderkultur wie der Gipfel zum Berg. Nach dem Aufstieg die schweren Schuhe unter dem Tisch ausziehen, ein kühles Bier bestellen und einen Teller dampfende Kässpätzle serviert bekommen – das ist Allgäuer Lebensart in Reinform.
Im Allgäu gibt es hunderte von Berghütten, Alpen, Gasthöfen und Berggasthäusern, die Wanderer mit regionaler Küche verwöhnen. Von der einfachen Alphütte, in der es nur Buttermilch und Bergkäse gibt, bis zum gehobenen Berggasthaus mit mehrgängigem Menü ist alles dabei. Wir haben unsere persönlichen Favoriten zusammengestellt – Orte, an denen Essen, Atmosphäre und Lage eine perfekte Einheit bilden.
Café & Restaurant Kuhstall
Der Kuhstall ist genau das, was der Name verspricht: ein liebevoll umgebauter ehemaliger Kuhstall, in dem heute statt Kühe hungrige Wanderer einkehren. Die originale Holzarchitektur, die alten Tröge und die rustikalen Materialien schaffen eine Atmosphäre, die authentischer nicht sein könnte. Hier sitzt man an schweren Holztischen, umgeben von dem warmen Geruch von Holz und frischem Essen.
Die Küche setzt konsequent auf regionale Produkte: Käse von der Nachbar-Alpe, Fleisch vom Bauern aus dem Tal, Brot aus der lokalen Bäckerei. Die Kässpätzle sind legendär – goldbraun überbacken, mit würzigem Bergkäse und knusprigen Röstzwiebeln. Auch der Kaiserschmarrn, fluffig und karamellisiert, mit hausgemachtem Zwetschgenröster, ist ein Gedicht. Im Sommer sitzt man auf der Terrasse mit Blick auf die Berge, im Winter wärmt man sich am Kachelofen.
Erdinger Sportalpe
Die Erdinger Sportalpe an der Nebelhornbahn-Talstation ist die erste Adresse für alle, die nach einem Ski- oder Wandertag noch Energie und Geselligkeit suchen. Die große Sonnenterrasse bietet Platz für hunderte Gäste und einen direkten Blick auf das Nebelhorn. Hier trifft sich die Ski-Community zum Feiern, zum Austausch von Tourengeschichten und natürlich zum Genuss eines frisch gezapften Erdinger Weißbiers.
Das Speisenangebot reicht von der deftigen Allgäuer Brotzeit mit Obatzdem, Radi und Breze bis zu warmen Gerichten wie Schnitzel, Currywurst und natürlich Kässpätzle. Die Portionen sind großzügig, die Preise fair und die Stimmung unvergleichlich – besonders am Nachmittag, wenn die Après-Ski-Musik spielt und die letzten Sonnenstrahlen die Bergspitzen vergolden.
Gaststube Bienenkorb
In Blaichach, abseits der großen Touristenwege, serviert die Gaststube Bienenkorb ehrliche Allgäuer Küche wie bei Oma. Hier wird noch selbst geschmälzt und gebrutzelt, die Portionen sind reichlich, und die Preise so fair, dass man staunend den Kopf schüttelt. Das Interieur ist urig-gemütlich mit Holzvertäfelung und karierter Tischdecke – kein Instagram-Hotspot, sondern ein Ort, an dem das Essen im Mittelpunkt steht.
Berg-Sennerei Gunzesried
Nach einer Wanderung durch das idyllische Gunzesrieder Tal kehrt man in der Berg-Sennerei ein und probiert frisch hergestellten Bergkäse direkt vom Erzeuger. Die verschiedenen Reifegrade – vom milden Jungkäse bis zum kräftig-würzigen Altkäse – kann man an der Theke verkosten und anschließend kaufen. Dazu eine frische Buttermilch oder ein Glas Most von der Alpe – authentischer geht es nicht.





