Vom Nebelhorn bis zum Grünten: Fünf Gipfel im Allgäu, die auf jeder Wander-Bucketlist stehen sollten – mit Routenbeschreibung und Insider-Tipps.
Fünf Gipfel für die Allgäu-Bucketlist
Das Allgäu hat hunderte von Gipfeln zu bieten, doch einige stechen besonders hervor – wegen ihrer Aussicht, ihrer Geschichte, ihrem besonderen Charakter oder einfach wegen des unbeschreiblichen Gefühls, das man auf ihrem Gipfel empfindet. Diese fünf Berge sollte jeder Allgäu-Liebhaber einmal bestiegen haben. Vom komfortablen Bergbahn-Gipfel mit 400-Gipfel-Panorama bis zur schweißtreibenden Bergtour durch steile Grashänge ist für jeden Geschmack und jedes Fitnesslevel etwas dabei.
1. Nebelhorn (2.224 m) – Der König
Der höchste per Bergbahn erreichbare Punkt im Allgäu bietet den legendären 400-Gipfel-Blick: Bei klarer Sicht überblickt man von der Gipfelstation aus über 400 Berggipfel in vier Ländern – von der Zugspitze im Osten über die Lechtaler Alpen bis zum Säntis in der Schweiz. Kein anderer Aussichtspunkt in den Nördlichen Kalkalpen bietet ein vergleichbares Panorama.
Wer den Gipfel aus eigener Kraft erreichen möchte, nimmt den Edmund-Probst-Weg ab Oberstdorf (ca. 1.600 Höhenmeter, 5-6 Stunden). Die sportlichere Variante führt über den Hindelanger Klettersteig – einen der berühmtesten Klettersteige der Alpen, der den Nebelhorngrat mit dem Großen Daumen verbindet. Für die meisten Besucher ist aber die Seilbahnfahrt die klügere Wahl, denn oben angekommen, gibt es genügend Wandermöglichkeiten rund um den Gipfel.
2. Rubihorn (1.957 m) – Der Felszahn
Der markante Felszahn über Oberstdorf ist einer der beliebtesten Tagesgipfel der Region und zugleich einer der anspruchsvollsten. Der Aufstieg ab der Seealpe (erreichbar über das Oytal oder den Christlessee-Parkplatz) führt zunächst durch Bergwald, dann über steile Almwiesen und im oberen Teil über felsiges Gelände zum Gipfelkreuz. Die letzten Meter erfordern leichte Kletterei (UIAA I) und Trittsicherheit.
Von oben überblickt man die beiden türkisfarbenen Gaisalpseen, das gesamte Illertal mit Oberstdorf zu Füßen und die umliegenden Gipfel der Allgäuer Alpen. Der Auf- und Abstieg dauert etwa 5 bis 6 Stunden bei rund 1.200 Höhenmetern. Eine konditionell anspruchsvolle Tour, die aber mit einem der schönsten Gipfelpanoramen der Region belohnt.
3. Grünten (1.738 m) – Der Wächter
Der Grünten thront als markanter Einzelberg über dem Alpenvorland und wird liebevoll der „Wächter des Allgäus" genannt. Seine isolierte Lage macht ihn zu einem der besten Aussichtsberge der Region: Von seinem Gipfel hat man einen vollständigen 360-Grad-Rundblick – nach Süden auf die Allgäuer Hochalpen, nach Norden bis zum Bodensee und weit ins Alpenvorland hinein.
Der populärste Aufstieg führt über die Starzlachklamm und die Alpe Obere Schwande (ca. 900 Höhenmeter, 3-4 Stunden). Dieser Weg kombiniert die wilde Schönheit der Klamm mit dem Gipfelerlebnis – eine perfekte Tagestour. Auf dem Gipfel steht das historische Grüntenhaus, eine der traditionsreichsten Berghütten im Allgäu, in der man einkehren und die Aussicht genießen kann.
4. Iseler (1.876 m) – Der Familienfreundliche
Der Iseler bei Bad Hindelang ist dank der Hornbahn bequem erreichbar und bietet dennoch ein echtes Bergerlebnis. Von der Bergstation führt ein leichter Gipfelweg (ca. 30 Minuten) zum höchsten Punkt, von dem man einen wunderbaren Blick auf das Hintersteiner Tal und die umliegenden Gipfel hat. Für Klettersteig-Fans gibt es den Edelrid Klettersteig, der über den Felsgrat zum Gipfel führt.
5. Hochvogel (2.592 m) – Der Herausfordernde
Der Hochvogel ist der markanteste und begehrteste Gipfel der Allgäuer Alpen – und zugleich der anspruchsvollste auf unserer Liste. Der Normalweg über das Prinz-Luitpold-Haus erfordert alpine Erfahrung, Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit. Die Tour wird üblicherweise als Zweitagestour mit Übernachtung auf der Hütte durchgeführt. Die Belohnung: ein Gipfelerlebnis in hochalpiner Umgebung mit einem Panorama, das seinesgleichen sucht.
Achtung: Der Hochvogel ist von einem großen Felssturz bedroht. Vor jeder Begehung sollte man sich über die aktuelle Situation informieren und den markierten Routen folgen. Ein Bergführer ist für unerfahrene Hochtourengeher dringend empfohlen.



