Klettersteige im Allgäu – Für Anfänger und Profis

Klettersteige im Allgäu – Für Anfänger und Profis

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Vom Einsteiger-Klettersteig bis zur alpinen Herausforderung: Das Allgäu bietet Klettersteige für jedes Niveau – mit spektakulären Tiefblicken und Adrenalinkicks.

Klettersteige im Allgäu – Ein Überblick

Klettersteige verbinden Wandern und Klettern auf einzigartige Weise und bieten auch weniger erfahrenen Bergsportlern Zugang zu Felswänden und ausgesetzten Graten, die sonst nur Kletterern vorbehalten wären. Das gesicherte Stahlseil gibt Halt und Sicherheit, während man sich Tritt für Tritt durch die Vertikale arbeitet. Im Allgäu gibt es eine wachsende Auswahl an Klettersteigen für verschiedene Schwierigkeitsgrade – vom familienfreundlichen Einsteigersteig bis zur anspruchsvollen alpinen Route mit ausgesetzten Passagen und Überhängen.

Die Kombination aus gesichertem Stahlseil, freier Natur und dem Gefühl, eine Felswand mit eigener Kraft bezwungen zu haben, macht Klettersteige zu einem der beliebtesten Outdoor-Trends der letzten Jahre. Immer mehr Menschen entdecken diese Sportart für sich – und das Allgäu ist dafür der perfekte Einstiegsort.

Edelrid Klettersteig am Iseler

Der Edelrid Klettersteig am Iseler bei Bad Hindelang ist das Flaggschiff unter den Allgäuer Klettersteigen. Benannt nach dem renommierten Bergsportausrüster Edelrid aus Isny, der die Einrichtung des Steigs unterstützt hat, bietet er eine perfekte Mischung aus Herausforderung und Genuss. Die Schwierigkeit B/C (mittel bis schwer) ist anspruchsvoll genug, um ein echtes Abenteuer zu bieten, aber nicht so schwer, dass sportliche Einsteiger vor unlösbaren Problemen stehen.

Der Steig beginnt oberhalb der Bergstation am Iseler und führt über ausgesetzte Felspassagen, schmale Bänder und eine spektakuläre Seilbrücke mit grandiosen Tiefblicken auf das Hintersteiner Tal und die umliegenden Gipfel. Die Schlüsselstelle ist ein leicht überhängender Wandabschnitt, der Armkraft und Technik erfordert. Insgesamt ist man etwa 2 bis 3 Stunden im Klettersteig unterwegs, wobei die reine Kletterzeit bei ca. 1,5 Stunden liegt.

Klettersteigset, Helm und feste Bergschuhe sind Pflicht. Wer kein eigenes Material besitzt, kann es bei den Sportgeschäften in Bad Hindelang oder Oberstdorf leihen. Erfahrene Klettersteiggeher können den Steig selbständig begehen, für Einsteiger empfehlen wir dringend die Begleitung durch einen Bergführer.

Waldseilgarten als Vorbereitung

Wer sich erst einmal an Höhe und Sicherungstechnik gewöhnen möchte, ist im Waldseilgarten Bad Hindelang bestens aufgehoben. In verschiedenen Parcours – von leicht (grün) bis extrem (schwarz) – kann man seine Schwindelfreiheit testen und sich an die Arbeit mit Karabiner und Sicherungsseil gewöhnen. Die Elemente reichen von einfachen Hängebrücken über wackelige Balken bis zu freien Schwungseilen zwischen den Bäumen.

Der Waldseilgarten ist die perfekte Vorbereitung für den ersten richtigen Klettersteig: Man lernt, dem Material zu vertrauen, die Höhenangst zu kontrollieren und sich sicher am Seil zu bewegen. Nach ein paar Stunden im Parcours fühlt man sich deutlich wohler in der Vertikale und ist bereit für den nächsten Schritt am echten Fels.

Ausrüstung und Sicherheit

  • Klettersteigset: Y-Form mit Bandfalldämpfer (nicht improvisieren!)

  • Helm: Steinschlagschutz ist Pflicht

  • Schuhe: Feste Bergschuhe mit steifer Sohle und gutem Profil

  • Handschuhe: Klettersteighandschuhe schützen vor Blasen am Stahlseil

  • Rucksack: Klein und leicht, eng am Körper anliegend

  • Wetter: Bei Gewitter sofort abbrechen – Stahlseil als Blitzableiter!

  • Selbsteinschätzung: Ehrlich einschätzen und im Zweifelsfall mit Bergführer gehen

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